Die MC-Linie ist der irdische Meridian, auf dem ein Planet im Moment der Karte kulminiert. Er steht dabei nicht zwangsläufig im Zenit. Auf dem Globus ist sie eine Linie konstanter geographischer Länge, von Pol zu Pol: λ = α − GAST.
Der IC ist der gegenüberliegende Meridian, 180° entfernt: derselbe Planet in unterer Kulmination. Rektaszension und scheinbare Sternzeit bestimmen beide Linien. Tropische und siderische Einstellungen ändern Beschriftung und Deutungsrahmen, nicht diese Geometrie.
Eine Karte macht Kulmination sichtbar, aber sie macht aus einem Ort kein Versprechen. Meridian versteht die Linie als Einladung, zu beobachten, wie sich Sichtbarkeit, Verantwortung und private Grundlagen dort anfühlen.